Folge 2 | veröffentlicht am 19. April 2026
In dieser Folge sprechen wir mit dem Neurowissenschaftler Prof. Dr. Sebastian Markett über den Trend „Dopamine Detox“, seinen Forschungsalltag und die Frage, warum neurowissenschaftliche Erklärungen so überzeugend wirken – und wo ihre Grenzen liegen.
„Wir können nicht wirklich Dopamin fasten, sondern wir können auf bestimmte Verhaltensweisen verzichten.“
„Mit Social Media hat jemand ein System gebaut, das ein System, das wir ohnehin schon im Gehirn haben, hijacked.“
„‚Alles, was uns ausmacht, ist letztlich Neurochemie im Gehirn.‘ So reduktionistisch könnte man schon argumentieren.“
„Wir sind die Meisterinnen und Meister der Zwischentöne, des Grauen und des Nicht-Festlegen-Wollens. Und das ist aus gutem Grund in die wissenschaftliche Methode eingeimpft.“
In dieser Folge ist Prof. Dr. Sebastian Markett zu Gast.
Prof. Dr. Sebastian Markett ist Professor für Molekulare Psychologie an der Humboldt-Universität zu Berlin und erforscht dort unter anderem funktionelle Gehirnvernetzung, genetische Einflüsse auf kognitive Prozesse sowie Arbeitsgedächtnis und individuelle Unterschiede in Persönlichkeit und Verhalten.
Hier findet ihr weitere Informationen zu unserem Gast:
Das Gespräch führen in dieser Folge die Podcast-Hosts Maria Saryusz-Wolska und Malte Cox.
Wir bedanken uns herzlich bei unserem Gast Prof. Dr. Sebastian Markett.
Gesprächspartner
Interview mit Prof. Dr. Sebastian Markett (10. März 2026, Podcast Menschlich)
Quellen
1. Medienquelle zum Ursprung des Begriffs Dopamine Detox
Bowles, N. (2019, 7. November). How to feel nothing now, in order to feel more later. The New York Times. https://www.nytimes.com/2019/11/07/style/dopamine-fasting.html
2. Datenquelle Google Trends zum Begriff Dopamine Detox
Google. (o. J.). Google Trends: Dopamine detox. Abgerufen am 10. März 2026, von https://trends.google.de/trends/explore?date=all&q=Dopamine%20Detox&hl=de
3. Studien zur Belohnungsverarbeitung
Schultz, W., Apicella, P., & Ljungberg, T. (1993). Responses of monkey dopamine neurons to reward and conditioned stimuli during successive steps of learning a delayed response task. The Journal of Neuroscience: The Official Journal of the Society for Neuroscience, 13(3), 900–913. https://doi.org/10.1523/JNEUROSCI.13-03-00900.1993
Schultz, W., Dayan, P., & Montague, P. R. (1997). A neural substrate of prediction and reward. Science, 275(5306), 1593–1599. https://doi.org/10.1126/science.275.5306.1593
Schultz, W. (1998). Predictive reward signal of dopamine neurons. Journal of Neurophysiology, 80(1), 1–27. https://doi.org/10.1152/jn.1998.80.1.1
4. Studie zum Neuro-Appeal
Fernandez-Duque, D., Evans, J., Christian, C., & Hodges, S. D. (2015). Superfluous neuroscience information makes explanations of psychological phenomena more appealing. Journal of Cognitive Neuroscience, 27(5), 926–944. https://doi.org/10.1162/jocn_a_00750
In der Folge erwähnte Projekte und Datenbanken
UK Biobank: https://www.ukbiobank.ac.uk
Human Connectome Project: https://www.humanconnectome.org
Neurosynth: https://neurosynth.org